Die verlorene Kriegerin

Dear E. Ripley. I am not sure where you are right now… Hope you are well. The stars must be brighter where you are, right? I saw this film yesterday… about a Battle Angel. I’ve waited for this so long! But I am not sure what I feel about it now.

Alita Battle Angel

Also. Ich habe wirklich, wirklich lange auf diesen Film gewartet. James Cameron hat schon seit ewwwwigen Zeiten die Rechte für den Stoff und ich bin eigentlich froh, dass er so lange damit gewartet hat. Schließlich hatte er jetzt Zugriff auf die Beste Technik ever. Ich habe den Manga schon vor über 15 Jahren gelesen und er gehört einfach zu den Klassikern. Kann man eigentlich mit Akira und Neon Genesis Evangelion in einem Atemzug nennen.

Um was geht es?

Szenerie: Die Welt der Zukunft. Die Elite-Menschen leben in der Stadt Zalem, die hoch am Himmel schwebt. Versorgt werden sie von der Arbeiterklasse, die nach wie vor auf der Erde lebt, in einer bunten, Multi-Kulti Stadt. Es gibt Cyborgs die aussehen wie Menschen, Ersatzkörperteile aus Stahl, und nach wie vor Dreck und Kriminalität. Dort findet Dr. Dyson Ido (Christoph Waltz) eines Tages auf dem Schrottplatz den Kopf eines Cyborgs. Zuhause in der seiner Werkstatt schraubt er ihn an einen Körper, der einst für seine kranke Tochter bestimmt war und gibt dem Mädchen mit den großen Augen den Namen Alita. Sie kann sich nicht an ihr früheres Leben erinnern und erkundet ihre neue Umgebung mit der Neugierde eines kleinen Kindes. Bald findet sie heraus, dass Ido ein Doppelleben führt: Tagsüber hat er seine Cyborg-Praxis, Nachts ist er Kopfgeldjäger. Als Ido jedoch in Gefahr gerät, setzt Alitas Instinkt ein: Sie macht den Gegner mit ein paar gezielten Hieben alle und dadurch kommt ein Fetzen Erinnerung wieder. Sie war kein normales Mädchen. Sie war eine Kriegerin in dem großen Krieg zwischen „dem Feind“ und Zalem vor über 300 Jahren. Nun muss Alita mithilfe von Ido und ihrem neuen Freund Hugo herausfinden, wer sie wirklich war, der ihr wahrer Feind ist und die einzige Möglichkeit das zu tun, scheint der Kampf zu sein. Und natürlich deckt sie auf dem Weg auch eine Verschwörung auf und tritt den Bösen ordentlich in den Arsch.

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Alita weiß, dass sie besser ist als alle anderen. Kick it girl!  © 20th Century Fox

Die Effekte sind einfach Hammer. Das muss man ohne Umschweife zugeben. Alita hat so menschliche Züge und sieht gleichzeitig genauso aus wie im Manga! Überhaupt ist die Geschichte sehr nah an der Vorlage und viele Bilder sind 1 zu 1 umgesetzt. Allerdings ist natürlich in typischer Hollywood-Manier alles ein wenig aufpoliert. Irgendwie glänzt alles mehr, obwohl die Stadt auf der Erde so ein dreckiger Ort ist. Es gibt z.B. eine Szene, wo der Ober-böse-Cyborg einen kleinen Hund killt. Die Filmemacher schneiden hier höflich weg. Hätte Tarantino den Film gemacht, hätte man den armen Hund wohl in seine Einzelteile zerteilt gesehen. Natürlich bin ich kein Fan davon wenn in einem Film ein Hund stirbt! Aber so ein offensichtlicher Schnitt stört mich. Immerhin spart sich der Film die üblichen bescheuerten Lachter, die eh nicht zünden, sondern setzt auf knappe Dialoge und hauptsächlich Alitas coole Aura.

Im Großen und Ganzen also ein echt guter Action-Film der Visuell richtig was zu bieten hat. Was stört mich? Die fehlende Emotion. Eigentlich hatte ich mich auf James Cameron verlassen, denn eigentlich kann er das ja ziemlich gut, mit der Emotion. Aber er hat hald nicht Regie geführt. Sondern Herr Robert Rodriguez. Das ist ja nicht verkehrt. Ich meine, er hat Sin City gemacht. Das sollte doch eigentlich passen? Aber irgendwie kriegt ers nicht hin. Ich bin emotional null involviert. Alita nimmt mich mit ja, alle Schauspieler machen nen guten Job, ja… Aber all die Dinge die passieren… Auch die schlimmen Dinge… Sie rütteln nichts in mir. Leider.

Das ist die große Schwäche. Der Stoff hatte so viel Potenzial, wurde aber leider nicht ausgeschöpft. Ansonsten ist es ein gelungener Film und wird alle Fans des Manga ziemlich happy machen.

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Jennifer Connelly can’t believe what she sees. © 20th Century Fox

Regie: Ich dachte wirklich, James Cameron macht das. Ich nehms ihm nicht übel, dass er sicher lieber erstmal um Avatar kümmert, aber ich glaube, er hätte das mit den Emotionen besser gekonnt. Denn jetzt ist es so, dass zwar alle Schauspieler ne gute Sache machen (Also, immerhin ist Mahershala the King Ali dabei…), aber er hat einfach nicht alles aus ihnen raus gekitzelt! Außer Alita selbst scheinen alle Figuren von einem grauen Schleier überzogen zu sein.

Soundtrack: Langweilig. Was für eine Enttäuschung. Da hat man eine metallene, super dreckige Dystopie und trotzdem klingt der Soundtrack wie von jedem Marvel Film auch. Trompeten und Geigen, ein paar Trommeln… super. Ganz ehrlich, viel zu pompös. Viel zu glatt. Viel zu… the usual! Wieso hat man sich da nix getraut? Mehr Trommeln, elektronische Sounds… JAPANISCHE Instrumente würden sich doch auch anbieten, meine Güte! Immerhin basiert es auf einem JAPANISCHEN Comic! I am not impressed. Ich möchte bitte, dass der Soundtrack nochmal neu gemacht wird. Danke.

Schauspiel: Zwei meiner liebsten Schauspieler sind in diesem Film: Jennifer Connelly und Mahershala Ali. Yes! Allein deswegen bin ich happy. Sie spiele beide eher coole, emotionslose Figuren (mind you, im Manga sind sie das auch) und ich fands richtig gut. Onkel Waltz macht seine Sache natürlich auch toll und lustigerweise ist er wirklich die Personifizierung der Manga Figur. Allerdings wirkt seine Beziehung mit Alita etwas flach und es fehlt… the spark in the eye. Die Dame, die Alita spielt, Hut ab. Wirklich toll.

Kostüm: Ich musste ein paarmal die Stirn runzeln. Wir sind über 300 Jahre in der Zukunft, aber das T-Shirt wurde immer noch nicht von einem anderen Kleidungstück abgelöst? Das ist doch komisch. Und Christoph Waltz trägt zwischendrin so ne abgegriffene Barbour Jacke… Bitte? Hat Barbour oben in Zalem immer noch nen Laden oder… halten Barbour Jacken einfach über 300 Jahre? (Wäre ja gute Werbung…) Das stört mich einfach. Für alle anderen Figuren wurde offenbar überlegt, dass man ein wenig herumexperimentiert mit Schnitten und Stoffen, aber… der Rest wirkt ziemlich lustlos und wahnsinnig zusammengespachtelt.

Vielleicht ist es ein Film, der erst beim zweiten Mal sehen besser wird. Das geht mir ja oft so. (Avatar fand ich im Kino fast komödiantisch mies, aber mittlerweile liebe ich ihn!) Der Film endet mit einer Art Cliffhanger und ich wünsche mir tatsächlich eine Fortsetzung. Vielleicht kann man dann auch ein paar Dinge besser machen.

Von mir gibt es 7 von 10 Cyborggehirnen.

Die verlorene Kriegerin

DumbleDAMN und GrindelWHAT

Dear E. Ripley. Part 2 of a really magical film came out recently and I went to see it. Don’t know where you are floating about just now, but if you need a read, I’ll post you one of the Harry Potter books. It’s a start to get into this world, which I really, really love.

Fantastic Beast: The Crimes of Grindelwald.

SPOILER

Leider nur auf deutsch gesehen, aber da die Welt immer noch nicht kapiert hat, dass das Original unschlagbar ist, ist das manchmal unvermeidlich…

Ich muss sagen, entgegen vieler Stimmen, die diesen zweiten Film der Pre-Harry Potter Filme nicht gut finden, fand ich ihn großartig und wesentlich besser als Teil eins. (nachdem ich jetzt Teil 1 nochmal gesehen habe, finde ich den aber auch nochmal sehr viel besser) Diese Erkenntnis kam mir aber jetzt auch erst nach ein paar Tagen drüber brüten. Direkt nach dem Kino ging’s mir wie vielen anderen: Confusion.

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Newt und Tina fragen sich auch, wo das noch hinführen soll. Copyright: Warner Bros.

Der große Twist ist die wahre Identität von Credence (Ezra Miller) aus Teil eins. Er hat irgendwie überlebt und hat es irgendwie nach Paris geschafft, wo er bei einem magischen Zirkus aushilft. Dort gibt es eine asiatische Lady, die sich in ein Schlange verwandeln kann. Ihr Name ist: Nagini. (An dieser Stelle bitte in fettes Emoji voller Wooooowwwwww einfügen) Credence will sie befreien, weil der Zirkusdirektor ein Arsch ist und macht sich mit ihr auf die Suche nach seiner wirklichen Mutter, die angeblich in Paris ist. Grindelwald (Johnny Depp, oléolé) hat es derweil geschafft, aus dem Ministerium für Zauberei in New York auszubrechen. Das war anzunehmen, denn sonst wären diese Filme wahrscheinlich ziemlich langweilig, ohne Anwesenheit eines Bösewichts. Grindelwalds Mission: Die Zauberer sollen aus ihrer versteckten Welt heraustreten können. Er will gar nicht alle Muggel töten, oh nein. Er findet nur, dass sie furchtbare Kreaturen sind, die furchtbare Waffen bauen und es wäre an der Zeit, dass die magische Welt auf den Tisch haut und sagt: So nicht. Wir sind auch noch da.

Interessanterweise kann ich als Zuschauer dafür Empathie empfinden, als Grindelwald gegen Ende des Films seine große Rede hält. In dieser Rede wechseln viele Figuren die Seite. Andere opfern sich, aber der Kern der Sache ist: Grindelwald holt Credence mit seinem nicht zu verachtenden Charisma auf seine Seite und offenbart ihm wer er wirklich ist. Aurelius Dumbledore. Der Bruder von, ja, Albus.

Nun hat Albus zwar einen Bruder, aber der heißt nicht Aurelius und ist auch schon ziemlich älter zu dem Zeitpunkt. Albus‘ Schwester ist tot. Insofern kann das eigentlich nicht sein. Es gibt aber natürlich schon diverse Fan-Theorien, die die für mich am meisten Sinn macht, ist hier ganz gut erklärt.

Andere Stimmen sagen, Grindelwald lügt einfach, um Credence als Tool zu benutzen, damit dieser den späteren Schulleiter von Hogwarts killt, weil er selbst es nicht kann. Ein Blutpackt, den die beiden Freunde (und Liebenden?) als Teenager gemacht haben, hindert ihn daran.

Das glaube ich aber nicht. Das sieht J.K. Rowling nicht ähnlich. Sie schreibt die Drehbücher und ich bin mir sicher, sie weiß schon ganz genau, wie die Geschichte ausgeht. Ich vertraue ihr da und glaube, sie weiß ganz genau was sie da tut. (Außerdem ist der Phönix ja eine Art Beweis.)

Ja und was macht eigentlich Newt Scamander in dem Film? (Eddie Redmayne)

Der will eigentlich nur sein Buch zu Ende schreiben, wird aber dann in die Ereignisse um Credence hineingezogen. Hauptsächlich, weil Tina, die Aurorin aus Teil eins, verschwindet und er sie finden will. Als er dann sieht, was Grindelwald so vorhat (und diese ganze Sache mit Leta Lestrange), kann er sich dann nicht mehr raushalten.

Natürlich gibt es wieder ein paar großartige phantastische Tierwesen in dem Film. Aber eigentlich geht es diesmal mehr um Grindelwald und Dumbledore, sowie Credence und seine Vergangenheit. Ein echt toller Film, der nicht nur mit sehr gehaltvollen Schauspielern um sich ballert, sondern uns tiefer eintauchen lässt in die magische Welt, die J.K. Rowling vor so vielen Jahren erschaffen hat und mich persönlich dazu bringt, wieder alle Filme zu sehen und alle Bücher lesen zu wollen.

Fantastic Beasts: The Crimes of Grindelwald
DumbleDAMN.   copyright: Warner Bros.

Regie: Ich enthalte mich, find‘s aber bemerkenswert, einen solch großen Cast in einer solch vielgeliebten Welt so gut zu delegieren.

Soundtrack: Blieb leider nicht bei mir haften. Ich finde, da könnten sie sich mal etwas trauen, die Herren und Damen im Sound-Department. Weniger Geigen und Flöten, mehr Trommeln und Bläser vielleicht.

Kamera: The usual solid thing.

Kostüm und Ausstattung: Grindelwalds Stiefel sind mir extrem aufgefallen, weiß gar nicht warum. Ansonsten natürlich eine wie immer großartige Leistung von Colleen Atwood. Viele tolle Stofflichkeiten und wunderschöne Details, zum Beispiel die Rückseite von Newts Mantel ist sehr schön. Allgemein wird sehr auf jedes noch so kleine Detail geachtet, das finde ich wunderbar. Auch gibt es wieder tolle neue phantastische Tierwesen. Ein Kelpie. Mehr Niffler. Einen chinesischen Löwen/Drachen, der einfach 1:1 aussieht, wie von einem alten Holzschnitt runtergenommen. Einfach großartig.

Schauspiel: Herausgestochen hat ganz klar Johnny Depp. Er macht einen guten Grindelwald und ich bin sehr gespannt, was wir da noch so sehen in den nächsten Filmen. Es wird auf jeden Fall irgendwann einen Showdown mit Dumbledore geben und den wird Jude Law bestimmt mit jedem Film noch besser machen. Als er kürzlich bei Graham Norton auf dem Sofa saß, hat Graham einen Tweet vorgelesen, die wohl damals kamen, als die Besetzung für „Young Dumbledore“ bekannt gegeben wurde: „Dumbledore, more like DumbleDAMN.“ Total weird, dass der alte, bärtige Magier plötzlich so gut aussieht, ich gebe zu, auch ich fand das allein schon sehr sehenswert. Und ich muss sagen, Jude hat es mit Bravour geschafft, diesen Albus zu portraitieren. Gewitzt, charmant, wissend. Genau so muss es sein. Großartig fand ich auch diesem wieder Ezra Miller, ich hoffe, seine Figur bleibt uns noch bis Film 5 erhalten.

Als Fan, auf jeden Fall sehen. Und vielleicht nicht zu sehr über das Ende grübeln. Ich bin mir sicher, J.K. Rowling lacht sich schon ins Fäustchen, weil sie genau weiß, dass irgendwann alles erklärt wird. Ich gebe 8 von 10 Nifflern.

DumbleDAMN und GrindelWHAT

Ein Mann und eine Band

Dear E. Ripley. There is a new film about a Rock Band called Queen. Maybe you’ve heard their music? If not, you should. I am sure it would be a great soundtrack out there in space. And I strongly recommend to see this film too, it wouldn’t be a wasted trip back to earth.

Bohemian Rhapsody

Ich bin jetzt nicht in den Film, weil ich ein Rami Malek Fan bin. (Mr. Robot ist immer noch auf meiner to-watch-Liste) Aber jetzt bin ich ein Rami Malek Fan. Er ist einfach großartig. Ich bin nicht mit Queen aufgewachsen, ich hatte erst als erwachsener Mensch gelernt wer Freddie Mercury war. Ich habe nicht mein Leben damit verbracht, mir Queen Videos anzuschauen oder alles über Freddie zu lernen. Aber schon als der Film losgeht… Da sieht man Rami nur von hinten. Er steht auf, geht ins Bad, geht durchs Haus, Schnitt, er ist Backstage bei einem Konzert. Man hört schon den Lärm des Publikums. Rami (also Freddie) geht weiter. Wir haben bis jetzt noch nicht sein Gesicht gesehen. Er macht eine Drehung. Er steht am Bühneneingang. Er macht eine kurze Bewegung, als würde er seinen Nacken dehnen. Er springt. Und mein Gedanke war: Das ist so sehr Freddie Mercury.

Und damit betone ich nochmal, dass ich abgesehen von der Musik von Queen wenig über Freddie Mercury weiß. Ich habe vor einiger Zeit mal eine Doku gesehen, darin ging es um seine letzten, von Aids geprägten Jahre. Also eigentlich Wahnsinn, dass sich die Art dieses Mannes, seine Bewegungen, seine Art zu sprechen sich sofort in mein Bewusstsein eingeprägt haben und ich Rami Malek ab Sekunde 1 seine Darstellung abgekauft habe.

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Freddie hatte schon früh einen besonderen Style.       Copyright: 20th Century Fox

Diese ersten zwei Minuten des Films sind die letzten Minuten vor dem Live Aid Konzert, das ja wohl ziemlich legendär war. (Wieder etwas, das ich nicht wusste.) Und dann machen wir eine weitere Zeitreise. Zurück zu den Anfängen. Freddie singt noch nicht in einer Band, sondern schuftet am Heathrow Airport. Doch dann trifft er Bryan May und Roger Taylor bei einer Studentenparty. Keine Ahnung ob die erste Begegnung wirklich so abgelaufen ist, aber da Bryan und Roger den Film mit produziert haben, schätze ich mal, dass sie da schon auf eine authentische Darstellung Wert gelegt haben. Tja und dann geht sie los, die wilde Reise von Queen.

Dieser Film ist kein Aids Drama. Natürlich spielt das Thema zum Schluss eine nicht unbedeutende Rolle, aber es steht nicht im Mittelpunkt und macht diesen Film zu einem furchtbar traurigen Drama. Im Gegenteil, ich habe im Kino sehr oft gelacht. Der Film ist ein Abenteuer. Man sieht 4 sonderbare Jungs mit komischen Frisuren, die als band zusammenwachsen und auseinanderbrechen und wieder zusammenwachsen. Sie sind wie eine Familie. Das wird oft betont und ich als Zuschauer, habe auch wirklich das Gefühl, dass wir hier eher einer Familie zusehen, als „nur“ einer Band.

Natürlich ist Freddie die Hauptfigur. Seine vielen Wandlungen im Leben werden alle behandelt und hangeln sich dabei an einer Leine von Queen-Songs entlang. Es ist spannend zu sehen, wie manche Ideen für Songs wohl entstanden sind und wie die Jungs miteinander umgegangen sind.  („How many more Galileo‘s do you need?“)

Man muss kein die-hard Queen-Fan sein, um diesen Film zu mögen. Selbst wenn man ihre Musik gar nicht mag, kann man an all der schauspielerischen Finesse vielleicht schon genug finden. Aber ein Film über Queen hat auch einen Queen-Soundtrack. Und das macht dieses Werk für mich zu einem bunten, ergreifenden, aber über die Maßen gutlaunigen Werk. Er ist eine Feier. Celebrate Love, Rock Music and Live itself.

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Also wenn das keine authentische Mercury-Pose ist…  Copyright: 20th Century Fox

Soundtrack: Na klar. Da sind alle wichtigen Queen-Songs drin. Besonders hervorgehoben wird natürlich Bohemian Rhapsody. Die Entstehung des Songs war wohl ein langer Prozess und er war der erste, der Queens Musik in eine besondere, eigenständige Richtung schiebt. Man möchte im Kino mitsingen und alle Haare schütteln. Großartig.

Schauspiel: Mein Gedanke nach 10 Minuten Film war: Gebt Rami Malek den Oscar. Er imitiert Freddie nicht, er LEBT Freddie, ohne sich den Sticker „Method-Actor“ aufzukleben. (Wenn man Interviews mit ihm anschaut, merkt man das) Seine Leistung ist einfach grandios. Da gibt es nichts dran zu rütteln. Aber auch alle anderen haben wirklich nen überragenden Job gemacht. Ich meine, Gwilym Lee sieht einfach haargenau so aus wie Bryan May. Ich habe mehrmals gedacht: Sind das jetzt wieder original Aufnahmen? Joseph Mazzello ist einfach nur liebenswert. Fun Fact: Er ist der kleine Junge in Jurassic Park! Ja genau! Der mit der furchtbar nervigen Schwester. Und wie gut ist eigentlich Tom Hollander als Jim „Miami“ Beach? Ganz zu schweigen von Aidan Gillens Auftritt. Ich war sicher nicht die einzige die dachte: Was macht Littlefinger in dem Film?

Kostüm: Bunt, schillernd, 70er. Von vorne bis hinten einfach nur großartig. Ich konnte förmlich die Textilien auf meiner eigenen Haut fühlen.

Regie: Also wenn dieser Regiesseur keinen guten Job gemacht hat, dann weiß ich auch nicht.

Cinematography: Natürlich musste da vieles von original Queen Aufnahmen übernommen werden. Aber abgesehen davon… Beleuchtung und der stetige Fokus auf Freddie. Das war wirklich ein gutes Rezept für diesen Film.

Jeder, der auch nur ein klein wenig Musik und Kino mag, der möge bitte ins Kino gehen! Für mich der beste Film 2018!

10 von 10 Galileos von mir.

Ein Mann und eine Band

Solo durchs All, bis der Wookie kam

Dear E. Ripley. Space-Film! Action! Love! Adventure! Sure you would like that… Come back to earth for a moment and enjoy this Star Wars Story. Only if you can spare a moment of course. Because its actually not THAT amazing.

Solo: A Star Wars Story

Kurzweilig, Kurzweilig, Kurzweilig. Ob es diesen Film gibt oder nicht, er macht keinen Unterschied für das Star Wars Universum. Und das ist schade. Dabei hätten die Figuren die richtige Plattform dafür vorgegeben. Es ist selten, dass ich einen Film-Bericht so harsch beginne. Und eigentlich will ich das auch nicht, weil ich dafür Han Solo zu sehr mag. (Aber… ganz ehrlich, gibt es einen Star Wars Fan der ihn nicht mag??) Irgendwo ist mir zu Ohren gekommen, dass die Kritiker mit diesem Filmprojekt nicht happy waren und obwohl ich im Vorfeld nun wirklich wenig mitbekommen habe (außer Emilia Clarke bei Graham Norton auf dem Sofa), kann ich die negativen Beurteilungen durchaus nachvollziehen.

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Han und sein neuer Freund haben Spaß. Copyright: Lucasfilm

Der Plot ist ziemlich schnell überrissen: Han Solo und seine Love Qi’ra sind so etwas wie Sklaven auf einem richtig freudigen Planeten und machen scheinbar die Drecksarbeit für einen riesigen Tausendfüßler, der englisch (why??) spricht mit einer Stimme wie Cruella Deville und offenbar Silberschmuck mag. Als sich die Gelegenheit zur Flucht gibt, fliehen die beiden, werden jedoch im entscheidenden Moment getrennt. Natürlich. Han schwört, Pilot zu werden, (Wie nervig: Han‘s Nachname Solo wird ihm quasi von einem Imperial Commander aufgedrückt. Cool oder ziemlich uninnovativ? Ich weiß nicht so recht…) um irgendwann zurück zu kommen um Qi’ra zu retten. Er kommt von einem zum andern, trifft irgendwann Chewbacca, drängt sich dann Tobias Beckett (Was ist das denn für ein Name? Wollte man da irgendwie Jane Austen-mäßig klingen? Egal, brilliant gespielt von Woody Harrelson) als Crewmitglied auf und sie nehmen irgendeinen undurchsichtigen Job an um für irgendeinen mächtigen Gangsterboss irgendein wichtiges Material zu beschaffen, das der dann vermutlich benutzt um reich zu werden oder irgendeinen Planeten zu vernichten. Und hey, surprise, in der Höhle des Bösewichts Dryden Vos (What! Paul Bettany! Love it!) steht plötzlich Qi’ra auf der Matte. (Das ist kein Spoiler, das sieht man quasi im Trailer.) Ist sie Dryden’s Gespielin? Ist sie Han gut gesonnen? Oder… nicht?

Ok, natürlich steckt in dieser Tüte noch viel mehr drin, aber das sollte sich jeder selber ankucken, ich möchte mich hingegen ein wenig über den Film aufregen. Und auch hier und da deshalb freudig im Kreis tanzen. Vorsicht SPOILER in the following!

Ich habe mir niemals wirklich Gedanken gemacht, wie sich Han und Chewie begegnet sind. So wie das dargestellt wurde hätte ich‘s mir jedoch sicher nicht vorgestellt. Im Prinzip fand ich das gut, aber gestört hat mich, dass Han in der Szene Wookie spricht. Dafür, dass das nie wieder, weder in diesem Film noch in den späteren auftaucht (Han spricht ja immer Englisch mit Chewie, der ihn ja auch gut zu verstehen scheint), ist das nicht gut genug. Jedenfalls, nach dem schlammigen und rauen ersten Date zwischen den beiden kloppt und flunkert sich das Duo durch die Geschichte, wobei sie mehr und mehr zusammen wachsen. Das muss ich honorieren: Diese wachsende Freundschaft zwischen unseren galaktischen Lieblingspiloten ist nachvollziehbar und herzallerliebst dargeboten.

Als wir dann Beckett treffen geht die Action richtig los. Beckett und seine Frau/Freundin sowie eine Dachsartige Kreatur mit 4 Armen nehmen Han und Chewie in ihre Crew auf („We could use the Muscles!“) und müssen auf haarsträubende Art die Fracht von einem Schwebebahn-Zug rauben, der sich wie eine Schlange durch einen Himalaya-anmutenden Planeten windet. Beckett’s Frau wird als coole Figur eingeführt, genau wie der Dachs. Die beiden dürfen aber gerade mal 15 Minuten Screentime erleben, dann wird der Dachs angeschossen (An der Schulter!!!) und stirbt und auch Beckett’s Frau geht drauf indem sie sich opfert und mit sich selbst eine Brücke sprengt. Das hat mich extrem genervt. Wieso Figuren einführen mit einer tiefsinnigen Lagerfeuerszene nur um sie dann 5 Minuten später abzumurksen?

Und dann Beckett. Er ist der coole Raumpirat, der natürlich den Tod seiner Frau ziemlich schnell überwindet und dann einfach weiter macht. Er ist ein maßgeblicher Baustein für Han’s Entwicklung, quasi der „Master“, der ihm mit Rat und Tat zur Seite steht. Und dann, puff, kommt eine völlig unrealistische Charakterwendung… Sorry aber dieses „I told you not to trust anyone, Kid“ kaufe ich ihm nicht ab. Null! Irgendwas ging da völlig schief im Drehbuch, Beckett’s Figur ergibt am Schluss für mich einfach keinen Sinn. Es ist nicht stimmig. Und nur einen Twist um des Twists Willen finde ich auch furchtbar. Vielleicht bin ich aber auch einfach zu emotional. Vielleicht ist es sogar genial gemacht, die Figur so zu twisten, weil man es nicht vorhersieht. Es ist Woody! Ja, da werde ich schwach, aber dennoch, der Auftritt von Beckett, von wegen, hey, I actually betrayed you Han… lame. I don’t buy it.

Und Dryden Vos, the bad guy. Ok, ja, nehmen wir nen Hammer guten Schauspieler (Paul!), malen ihm ein paar Kratzer ins Gesicht, geben ihm ein cooles Cape und hey, he’s the bad guy. Der Typ lebt in einem ziemlich abgefahrenen Schiff, schmeißt scheinbar jeden Tag ne Party und soll sowas wie der Big Mafiosi sein. Aber er sitzt nur in seinem „Büro“, hat genau zwei mickrige Wachen im Raum und deshalb soll ich mich ehrfürchtig in die Ecke verkriechen? Wieder was, das ich nicht kaufen kann. Paul Bettany wäre super Bösewicht-Material, aber er kriegt nicht mal die Chance das richtig auszukosten. Er droht nur allen mit dem Tod, aber mit seinen zwei Wachen und seinen nicht-vorhandenen Jedi-Fähigkeiten oder sonstigen Tricks (Sorry, aber diese rot-glühenden Messer sind NOT einschüchternd) hebt er sich nicht gerade von der Masse an Bösewichten ab.

Aber es gibt auch Positives zu berichten. Die Figur von Qi’ra ist tatsächlich gut geschrieben. Man weiß nicht so ganz zu wem sie steht und sie kann tatsächlich Gefühle zeigen, sowohl als auch Badass sein. Ach, und vergleichsweise awsome ist der Auftritt von Lando! Meine Güte, I want more of him! So ein Spaß! Auch die Dynamik zwischen Han und ihm… Großartig.

So abenteuerlich der Film auch ist… ich habe nicht so ganz begriffen, um WAS es eigentlich geht. Wer will hier was? Wo ist hier der größere Plan versteckt? Wenn überhaupt dann zeigt der Film die Anfänge von Han und Chewie und wie die beiden an den Millenium Falken rankommen. Aber da wäre noch soviel mehr Potential! Jetzt wirkt der Film eher so als hätte er ganz schnell fertig werden müssen und im Schnittraum hatte keiner mehr Zeit mal zu kucken, wie das Projekt eigentlich im Ganzen funktioniert. Schade.

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Woody Harrelson mit seiner besten Miene. Love it. Copyright: Lucasfilm

Schauspiel: Großartig war Alden Ehrenreich als Hand Solo. Im ersten Moment denkt man vielleicht, hey, der sieht null aus wie Harrison Ford… Nase zu schmal, Kieferknochen zu kantig und was soll das bitte für eine Dragonball-Anime-Frisur sein? Aber wenn man ganz ganz genau hin schaut sieht man: hey, die könnten wirklich verwandt sein. Alden schafft es, fast alle Mimik von Harrison aus der alten Trilogie nachzumachen. Dieses schiefe Lächeln, die selbstzufriedene Miene…. Eigentlich gruselig identisch. Großartig war natürlich wie immer mein lieber Woody. Hach, dieser Mann. Wann kriegt er endlich seinen Oscar? Für diesen Film leider nicht, aber das liegt nicht an ihm, sondern am Stoff den er spielen muss.

Soundtrack: Irgendwie blumig und ein wenig tooo much. Stellenweise hört es sich an als hätte der Dirigent seinen Stab verloren und das Orchester hat irgendwas zusammengespielt, bis er ihn wieder aufgehoben hat. Scheinbar wurde auch desperatly versucht ein eigenes Thema für Han Solo zu entwickeln, wurde aber meiner Meinung nach nicht gefunden. Es wird zu viel geflötet und zu viel dramatisch aufgetischt, ehe man sich dann doch wieder in die altbekannten Star Wars Melodien rettet. Toll war dafür das Thema der Rebellengruppe um Enfys Nest: afrikanisch angehaucht, wild, nicht zu bändigen. I really liked that.

Kamera: Sonderbar war der Anfang. Sehr… dunkel. Ich meine, ich saß wirklich in Reihe 4 vor ner großen Leinwand, aber die Gesichtszüge von Han konnte ich kaum ausmachen. Sicherlich ist das so gewollt und ich fands auch mutig. Es ist realistisch, wenn man gerade durch den muffigen Untergrund eines grauen, düsteren Planeten stromert. Anstatt hier Zuschauerfreundlich zu beleuchten, hat man alles zurückgenommen. Nur schade, dass man die Augen zusammenkneifen muss.

Kostümbild: Qi’ra war mir ein bisschen zu… sauber angezogen, dafür dass sie mitten in der Action ist, ansonsten war das Augenmerk auf rauen Texturen und glänzenden Capes von Lando. Great job!

Nur um das mal klar zu stellen: Ich mag Star Wars sehr, aber ich bin kein Hardcore Fan der alle Bücher, Comics, Spiele oder sonstiges durchgrast, um wirklich auch das letzte Quäntchen des Universums zu verstehen. Insofern fehlt mir vielleicht auch nur ein wenig Information, um diesen Film ganz und gar Wert zu schätzen. Alles in Allem würde ich schon sagen: ja, rein ins Kino. Da es wohl der Auftakt einer Trilogie ist, nehmen sich die zuständigen Damen und Herren vielleicht bei Teil 2 dann etwas mehr Zeit für das Endprodukt. Von mir 6 von 10 haarigen Wookies.

Solo durchs All, bis der Wookie kam

Ich hätt‘ so gern Kiemen

Dear E. Ripley. I don’t know if you’re into Fantasy. This film I just saw yesterday is a modern Fairytale with lots of water and big feelings. A good film but maybe too cheesy for you.

The Shape of Water

(Den deutschen Untertitel braucht wiedermal kein Mensch)

Schon lange freue ich mich auf den Film. Seit klar war, dass er der Nominierte der Herzen bei den Golden Globes, den Oscars und diversen anderen Filmfesten wird, war ich super neugierig. Ich liebe Fantasy. Ich liebe Wasser. Hey, das muss MEIN Film werden, dachte ich.

Nun hat Guillermo del Toro’s Streifen letzte Woche den Oscars die wichtigsten Preise mitgenommen: Bester Film und Beste Regie. Hollywood steht ja bekanntlich auf extreme: Entweder extrem traditionell-kitschig-bunt-Musical-Drama oder aber indie-kontrovers-schwarzhumorig-brutal-archaisch. (Natürlich ist das jetzt nur eine ganz grobe Einschätzung meinerseits) The Shape of Water wird als modernes Märchen besprochen, als Liebesgeschichte der anderen Art, als aufgebauschtes Kulissen-Spektakel.

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Die erste Begegnung. Copyright: Fox Searchlight Studios

All das trifft zu. Elisa ist eine sonderbare Frau. Nicht nur, weil sie stumm ist (als Kind wurde sie am Kehlkopf verletzt, drei sonderbare Striemen wie von Krallen zeugen noch davon), sondern auch, weil sie in ihrer eigenen kleinen Welt lebt. Sie arbeitet als Putzkraft in einer staatlichen Forschungseinrichtung. Nachtschicht. Also schläft sie tagsüber – meist auf ihrem Sofa – dann nimmt sie ein Bad und macht sich ihre Brotzeit. Bevor sie geht, schaut sie meist noch bei ihrem schrulligen next-door-Nachbarn vorbei. Der mässig erfolgreiche Giles arbeitet als Illustrator und für ihn ist Elisa die einzige Freundin. Während einer ganz normalen Nachtschicht wird Elisa mit ihrer Kollegin in ein Labor gerufen. Sie sollen den Raum nochmal durchwischen, bevor ein neues „Objekt“ angeliefert wird. Jenes „Objekt“ kommt in einer Art Wassertank und Elisa merkt sofort, das das nicht einfach nur ein Fisch ist, was auch immer da drin ist.

In der nächsten Nacht müssen sie wieder dort hinein. Es gabt einen Vorfall, über all ist Blut. Die Mädels räumen auf und diesmal sieht Elisa, was nun in dem Labor wohnt: Eine Art menschliche Fischkreatur. Sie ist fasziniert. Verzaubert. Bei jeder Gelegenheit macht sie einen Abstecher in dieses Labor und schafft es, eine Verbindung mit dem Wesen herzustellen. Sie freunden sich sogar an. Und Elisa verliebt sich.

Natürlich wäre das Film ziemlich langweilig, wäre es hier schon zu Ende. Mr. Strickland, derjenige, der das Wesen in Südamerika gefunden hat (brilliant gespielt von Michael Shannon), will die Forschungen schneller voran bringen. Heisst: Töten und sezieren. Wobei der Wissenschaftler Bob das Wesen lieber noch weiter beobachten will. Es wäre zu besonders, um es einfach nur zu töten. (Gut erkannt Bob!)

Elisa kriegt Wind von der Sache und beschließt gemeinsam mit ihren wenigen Freunden das Wasserwesen in einer haarsträubenden Aktion zu retten.

Nun, ich habe gehört, manche Leute wollen den Film nicht sehen, weil sie befürchten er nimmt eine traurige Wendung. Das tut er nicht. Der Film ist dramatisch und ziemlich spannend, aber traurig sicher nicht. Elisa wandelt durch ihre Welt wie die fabelhafte Amelie. Immerzu läuft alte, amerikanische Musik im Hintergrund und obwohl wir hier eine phantastische Geschichte gezeigt bekommen, schafft del Toro es nicht nur den Konflikt zwischen Amerika und Russland ins Spiel zu bringen, sondern auch die Probleme der damaligen Zeit mit einzubinden. Leider sind diese auch heute nicht weniger geworden… Rassismus und Intoleranz haben sich auch in diesem Jahrhundert nicht einfach in Rauch aufgelöst.

Ich habe den Film sehr genossen und mitgefiebert. Wirklich, die Rettungsaktion ist teilweise so langsam, dass ich die Figuren gerne angeschrien hätte: „Beeilung! Steh‘ da nicht so rum!“ (Da ich im Kino war, habe ichs leise gerufen…) Aber dennoch ist irgendwas an dem Film, das meine Euphorie etwas dämpft. Ich hab wahrscheinlich wirklich eine ziemlich reine Lovestory erwartet, aber hier geht es um vielmehr als nur schmachtende Blicke und bedeutsame Gesten. Die hier dargestellte Liebe ist körperlich, erotisch… Elisa ist vielleicht stumm und wird deshalb von ihrem Umfeld meist als sonderbar gesehen, dennoch hat sie Bedürfnisse, Träume und Wünsche wie jede andere Frau. Sie verliebt sich hald in ein Wasserwesen. Why not? Auch nicht unrealistischer als ein Vampir.

Es ist eben ein del Toro Film. Wer Pan’s Labyrinth gesehen hat, weiß, dass dieser Mann keine Klischees bedient. Da wird schon mal in der Badewanne masturbiert oder einer Katze der Kopf abgebissen.

Abgesehen davon kann man sich an wirklich toller Ausstattung und hervorragender Schauspieler erfreuen.

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Der Bad-guy ist wirklich bad. Sehr bad. Copyright: Fox Searchlight Studios

Kamera: Wunderbar. Nicht aufdringlich, nicht über die Maßen ungewöhnlich, aber für diesen Film trotzdem genau richtig.

Regie: Was soll man da sagen? Eine Glanzleistung. Oscar ist sehr verdient.

Schauspiel: Eine stumme Frau zu spielen erfordert nicht nur Können, sondern doppeltes. Überhaupt haben mich alle Schauspieler ziemlich beeindruckt, sogar der Arme, der in dem Fischmann-Kostüm gesteckt hat.

Soundtrack: Stellenweise ein bisschen zu kitschig für mich, aber trotzdem sehr besonders.

Ein Film für Fans von Fantasy. Wie gesagt, ist vielleicht ein Drama, aber ganz bestimmt nicht traurig und auch wirklich nicht nach dem üblichen Rezept für eine Lovestory gebraut. Trotzdem fehlt mir irgendwas zum vollkommenen Glück. 7 von 10 Fischflossen.

Ich hätt‘ so gern Kiemen

Warm blooded murderer

Dear E. Ripley. I know, I know… I did not write to you in a while… I was busy and I have not been to the cinema at all! But i watched a lot of Netflix. I don’t need to talk about Stranger Things 2 anymore, everyone did and you know its fantastic anyway. But recently I started watching a new Series and its really bloody brilliant.

The Sinner

Es stimmt, hier war es eine Weile sehr ruhig. Ich war wirklich schon ewig nicht mehr im Kino, dafür habe ich viel Zeit mit Netflix verbracht und einem längst überfälligen re-watch von Game of Thrones.

The Sinner habe ich vorgestern angefangen und gestern fertig geschaut. Wie so oft bei guten Serien, hat diese großes Sucht-Potential! Am Besten wäre es, man liest überhaupt gar nichts vorher über die Serie und schaut sie sich einfach an, wirklich! Man sollte nicht mal die kleine Einführungszeile lesen, die bei Netflix dabei steht, schon da gibt es einen Spoiler!

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Cora versteht sich selbst und die Welt nicht mehr. Copyright:USA Network

Cora Tennetti (Jessica Biel) ist eine ganz normale Frau mit einer kleinen Familie. Sie hat manchmal Schlafstörungen und sieht in ihren Träumen immer wieder eine Wand mit einer auffällig gemusterten Tapete. Doch dann begeht sie einen Mord. Allerdings hat sie überhaupt kein Motiv, zumindest kein ersichtliches. Sie gesteht ihre Tat sofort und plädiert im Gericht auf schuldig, was ihre Chancen auf eine Verhandlung stark verschmälern. Der Polizeimann Harry (Bill Pullman) sieht irgendwas in der völlig aufgelösten, schweigsamen Frau. Er glaubt, dass ihr Motiv irgendwo in ihr vergraben ist und er fährt alle Geschütze auf, um an die Wahrheit zu gelangen. Aber Cora ist weder eine Lügnerin, noch eine falsche Schlange. Sie kann sich schlichtweg an Dinge aus ihrer Vergangenheit nicht erinnern. Und Harry glaubt, dass darin der Schlüssel liegt.

Und natürlich hat er Recht.

Die Geschichte springt hin und her zwischen Harry’s Nachforschungen und Fetzen aus Cora’s Erinnerung. Das wird so geschickt erzählt, dass man wirklich lange rätselt und fiebert, was zur Hölle dieser armen Frau passiert sein mag! Die Auflösung ist schockierend und einleuchtend zugleich. Wirklich, selten habe ich einen Plot so perfekt und ausgeklügelt serviert bekommen. Fast so gut wie in True Detective (Staffel 1) mutet hier die Handlung an: Tödlich, sonderbar und voller tiefer Abgründe. Dabei kommt die Serie ganz ohne große Schießereien aus, es bleibt auch so actionreich und spannend.

Ich kann nur sagen: Großartige Serie. Und großartige Leistung der Schauspieler! Jessica Biel habe ich bisher nie besonders viel Beachtung geschenkt, aber die Frau kann echt was! Sie muss wahnsinnig viele Tränen hergeben in dieser Serie, aber sie spielt die Figur in jeder Phase ihres Lebens zur 100% überzeugend. Bill Pullmann, den ich noch als den liebevollen Dad in Caspar kenne, oder als cooler Held in Independence Day, ist hier ein gealterter Detective im Kampf mit sich selbst. Obwohl er alles tut um Cora zu helfen, hat er nebenher ganz schön viel in seinem Privatleben zu bewältigen. Es ist so, als würde man einen alten Kumpel wieder treffen, Bill, der alte Haudegen, den man lang nicht mehr gesehen hat. Ich mag ihn sehr!

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Harry ist dem dunklen Geheimnis auf der Spur. Copyright:USA Network

Alles in Allem: Ich empfehle dieser Serie jedem, der Crime mag, aber auch tiefgründige Figuren. Für Fans von The Girl on the Train (das Buch, nicht der eher schwache Film) oder True Detective. 9 von 10 Tapetenrollen von mir.

 

Warm blooded murderer

Schwarze Magie und rauchende Knarren

Dear E. Ripley. I was really looking forward to this film. It’s about this tower, that holds together several worlds and keeps the darkness and demons out. I am not sure if you would like it. There is magic. And guns.

The dark Tower

(minor Spoiler-Alert)

Wie schön, nicht in 3D! Ich war fast erstaunt, dass die Kinokarte nur 8 Euro gekostet hat. Das spricht doch für den Film, dachte ich noch. Wir kommen auch ohne diesen 3D Quatsch aus, dachte man sich vielleicht auf Seiten der Produktion. Nun ja, der Film wäre dadurch sicher nicht besser geworden. Aber man hätte wohl sehr viel anders machen müssen, das er‘s wird. Ich möchte nicht sagen, das ist ein schlechter Film. Er ist solide erzählt, von vorne bis hinten. Keine offenen Plot-Fäden, keine Durchhänger, kein nerviger Soundtrack. Aber genau das ist das Problem. Es wird nicht abgewichen von der üblichen Action-Mystery-Hero-Schiene. Dabei war ich überzeugt, dieser Film wird anders.

Zum einen ist die Buch-Reihe von Stephen King, die als Vorlage gilt. Ich hab sie nicht gelesen, aber hey, es ist Stephen King. Er schreibt meist sehr intensive (gripping), gut durchdachte Geschichten mit starken Figuren. Dann war da der Trailer. Idris Elba in der Hauptrolle: cool. Matthew McConaughey in als Bad-Guy: Jackpot! Die Stimmung des Trailers… klar da waren Knarren, da waren Action-Szenen zu sehen… Aber auch große, Stimmungsvolle Bilder, finstere Blicke von Matthew und dunkle Farben. Ich habe mir irgendwie so eine Art Mischung aus True Detective-Atmosphäre und Hunger Games-Intensität erwartet. Ich dachte mir, vielleicht ist das ein Action-Mystery-Film, der seinen ganz eigenen Weg findet und alles war wir wissen über den Haufen wirft. Leider nein.

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The Boys are back in town. Copyright: Sony Pictures

Der Film beginnt mit dem Jungen Jake in New York. Er ist ca. 12 Jahre alt und wacht fast täglich aus wirren, dunklen Träumen auf. Alles was er sieht, zeichnet er. An jenem Morgen wird er von einem Erdbeben wachgerüttelt, ein Phänomen das seit Neuestem jeden erdenklichen Erdteil betrifft und von Seismologen nicht vorherzusehen ist. Jake glaubt, dass der dunkle Turm und der schwarze Mann aus seinen Visionen etwas damit zu tun hat, aber natürlich glaubt ihm das keiner. Seine Mutter und sein Stief-Vater wollen ihn in eine Art Heim für psychisch gestörte Kids bringen, nur für ein Wochenende. Die Leute, die Jake abholen sind ihm sofort suspekt, er denkt sie sind die Leute aus seinen Träumen, handlanger des schwarzen Mannes. (Nicht wortwörtlich schwarz, nur schwarz gekleidet. Also Matthew Mac Con in dem Fall) Jake flieht und macht sich auf zu einem verlassenen Haus, das er in der Nacht zuvor gesehen hat. Dort stolpert er in ein Portal hinein und das bringt ihn in eine andere Welt. Er hat nur seine Tasche mit all seinen Zeichnungen dabei, lange Zeit muss er sich ohne Wasser und Essen durch eine wüstenartige Landschaft schleppen. Bald trifft er auf Gunslinger (Idris Elba), eine Art Revolverheld, der in seiner Welt sowas wie das Non plus Ultra ist. Gunslinger glaubt Jake zunächst nicht, erst als er seine Zeichnungen sieht, wird er hellhörig. Er nimmt sich des Jungen an und will ihn zu einer Seherin bringen, die seine Visionen vielleiht besser deuten kann, allerdings hat er dabei ein ganz eigennütziges Ziel: Er will den schwarzen Mann – einen mächtigen Magier, der die Welt ins Chaos stürzen will – vernichten.

Soweit so gut. Die Geschichte funktioniert trotz der verschiedenen Welten mit sehr vielen, typischen Fantasy Elementen. Idris Elba ist natürlich der LETZTE seiner Art und der schwarze Mann ist der BÖSESTE und MÄCHTIGSTE aller Magier. Und das ist nicht untertrieben. Er tötet Leute gerne indem er z.B. einfach nur sagt: „Stop Breathing.“ Matthew, mit seiner typischen Art zu sprechen… lässt das einfach auch wirklich bedrohlich aber zugleich mega gelangweilt klingen. Ach ja, und Jake ist natürlich das CHOSEN CHILD, der alles verändern kann, weil er wirklich ungewöhnliche Mind Powers hat. Zwischen diesen drei Säulen werden die üblichen Handlungsstränge gezogen. Jake macht eine Art Heldenreise durch, er lernt quasi wer er ist, was seine Bestimmung ist; der alte Held, Gunslinger, findet zurück zu seinen Wurzeln und erkennt, dass sein Ziel, den Magier zu töten, nicht ausreicht, sondern dass er auch das Gleichgewicht der Welt retten muss; und der Bösewicht muss erkennen, dass er doch nicht allmächtig ist. Das wars. Wirklich, das ist es. Alles was zwischen diesen Stücken passiert, eine Wanderung von A nach B, Verfolgungsjagd und Schießerei, das sind alles nur schöne Füller, um knappe zwei Stunden Film hinzukriegen. Und ich glaube wie gesagt nicht, dass Stephen Kind eine schlechte, langweilige Geschichte geschrieben hat. Ich behaupte nur, dass der Film sie einfach nicht richtig erzählt. Gunslinger ist eine Figur die man mag, keine Frage. Als Jake ihn mit nach New York nimmt, gibt es ein paar Momente zum Schmunzeln. Und Jake… er ist eigentlich keine nervige Kinder-Figur Rolle, man schaut ihm gerne zu. Aber Matthew?  Sein Figur heißt Walter. (Sorry, Stephen King, aber wenn ich einem mächtigen, dunklen Magier nen Namen geben müsste, dann wäre meine Wahl sicher nicht Walter) Und so gerne ich Matthew zusehe, ihm wurden nur komische Worte in den Mund geschrieben und ein ewig gleicher, gelangweilter Gesichtsausdruck aufgebunden. Ok, er ist der Bösewicht. Aber er ist auch Matthew MacCon. Liebe Regiesseure der Zukunft, gebt diesem Mann einfach ein bisschen Raum zu spielen! Bitte! Ich habe das Gefühl, die Regieanweisung war: „Look bored. Look like a Robot. All the time.“

Das hat mir nicht gefallen. Was mich auch den kompletten Film gestört hat: Jake hat diese Zeichnungen in seiner Tasche. Sie sind ihm sehr wichtig, er trägt sie ständig mit sich rum, sie sind der einzige Beweis, dass er nicht komplett spinnt. Als er Gunslinger trifft, zeigt er ihm diese Zeichnungen. Gunslinger überlegt einen Moment, nimmt Jake dann aber mit. Jake stopft seine Zeichnungen zurück in seine Tasche und schlingt sie sich wieder quer über seine Brust. Dann gibt es einen Schnitt. Wir sind in einem Wald. Und Jake hat die Tasche nicht mehr! Und sie kommt auch nicht mehr wieder! Und nein, Gunslinger hat sie nicht an sich genommen, nein sie ist einfach weg! Keine Tasche mehr, keine Zeichnungen mehr. Was war da los? Hat das Kostümdepartment geschlafen? Das stört mich! Das ist ungefähr als würde Harry Potter ab der Hälfte der Reihe keine Blitz-Narbe mehr haben. Klar, eine Tasche kann man im Gegensatz zu ner Narbe einfach ablegen. Aber dann sollte man, wenn man dieses Objekt schon vorher als so wichtig einführt, auch dafür sorgen, dass der Zuschauer sieht was damit geschieht.

Stephen King hin oder her, der Film hält sich lieber an klassische Strukturen und kopiert die Genretypische Szenen aus anderen Filmen. Jedes Mal wenn Walter irgendwo rum läuft in seiner dunklen Home-Base, sieht das aus wie aus Star Trek. Die Schießereien und das Gehabe von Gunslinger sieht aus wie aus Matrix. Nur mal zwei Beispiele. Ich hätte mich wirklich gefreut, hätte sich dieser Film mal was anderes getraut. Budget und Story hatte er jedenfalls dafür. Natürlich ist das alles Episch… Verschiedene Welten, der böse Magier, der nur mit etwas ganz un-magischem, mit einer Kugel aus einer Knarre besiegt werden kann; das sind schon gewaltige Gegebenheiten. Aber man ging hald auf Nummer Sicher und hat und uns die übliche Mischung aus faden Wortplatzierungen und Avengers-Action serviert. Bon Appetit.

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I see you, Gunslinger. Copyright: Sony Pictures

Schauspiel: Matthew MacCon durfte nicht zeigen was er kann, obwohl er natürlich dennoch ein überzeugender Bösewicht ist. Idris Elba schaut man gerne zu, er wirkt wie ein guter Kumpel, mit dem man mal ein Bier trinkt. Besonders herausragend fand ich die Leistung von Tom Taylor (nein, nicht die Klamotte), der den Jake spielt. Seine großen Kulleraugen sind so tief ein See und dafür dass er wirklich von Anfang bis Ende durch den Film hechtet, klettert, bibbert, zittert, rennt und trottet… Diesem Kind wurde wirklich viel abverlangt und er hat das alles ziemlich meisterlich gemacht. Hut ab!

Soundtrack: Nicht so gut, dass er im Ohr hängen bliebt, nicht so episch, dass er stört.

Kostümbild: Nicht schlecht. Hätte mir nur gewünscht, dass die Kleidung in der Mid World, also Gunslingers Welt, ein bisschen… anders ist. Vielleicht… Hemden mit anders platzierten Nähten oder Farben, die alle nur in Rot-Tönen variieren. Stattdessen ist es ein Mix aus Wild-West meets Matrix meets American-Presbytherian-History. Es ist trotzdem alles sehr hochwertig gemacht, die Farben sind gut überlegt und die Stofflichkeiten gefallen mir sehr gut, vorallem die Seherin ist toll ausgestattet.

Kamera: Es gibt eine Szene, in der eine Art lebensgetreue Vision von Walter vor der Nase von Gunslinger hergeht. Die Kamera ist ganz nah dran und man meint, dass Walter irgendwie gleitet, wohingegen Gunslinger normal geht. Das ist mir aufgefallen. Es gibt auch ein paar schöne Landschafts-Einstellungen, aber ansonsten wird einen Ticken zuviel herumgeschnitten, frei nach dem Motto: „Show them, show them all of it.“

Ich bin wirklich enttäuscht, obwohl ich gar nicht so genau weiß, was ich mir erwartete hatte. Nach dem krassen Trailer aber definitiv irgendwas… Ungewöhnlicheres als das, was man letztendlich zu sehen bekommt. Es ist Mainstream geworden und zwar einer der nicht mal mit besonders cleveren Dialogen oder intensiven Momenten besticht. Leider nur 6 von 10 Türmchen, auch wenn Matthew mein Star ist.

Schwarze Magie und rauchende Knarren

Apokalyptisches Affenhaus

Dear E. Ripley. Another Ape-Film. Really the best technical thing you can see right now, the Apes are all done digitally and for such a big film… It’s really crazy what they have done. Worth seeing!

War for the Planet of the Apes

Planet der Affen fasziniert mich sehr. Der Alte Klassiker mit Charlton Heston ist zum schießen komisch gleichzeitig ziemlich fesselnd. Wer den nicht gesehen hat, sollte schnell mal was nachholen! Das Buch habe ich auch gelesen. Ziemlich leichte Lektüre, da macht der Film fast noch mehr Spaß. Nun, natürlich habe ich die ersten beiden Teile dieser neuen Trilogie um den Affen Ceasar auch gesehen. In Teil ein war er ja so ein Forschungsaffe. Sein Herrchen James Franco hat nach einem Cure für Alzheimer geforscht. Getestet wurde das Mittel zunächst an der Schimpansin Bright Eye, die aber plötzlich durchdreht und das Labor verwüstet. Grund dafür ist wohl, dass sie kürzlich entbunden hat und ihr Junges verteidigen wollte. James Franco nimmt das Kleine auf und die wir erleben wie Ceaser größer wird und überdurchschnittlich intelligent ist. Er lernt Sprechen, wird jedoch auch teilweise unberechenbar. Er wird in eine Art Auffangstation gegeben, wo er schnell den anderen Affen Dinge beibringt und zum Anführer wird. Die Affen können fliehen und sich in den Wäldern verstecken.

Teil 2: Ceasar hat inzwischen Nachfahren gezeugt. Durch seine sonderbare Genetik wird er wohl auch älter als normale Affen. Inzwischen hat ein schlimmer Virus fast die gesamte Menschheit ausgelöscht. Ceasar möchte eigentlich nur seine Ruhe haben und seine Affenhorde schützen, aber immer wieder kommen Menschen vorbei, die ihnen misstrauen, die ihnen die Schuld für das Virus geben. Ceasars Vertrauter Koba kann damit nicht umgehen. Er dreht durch und fängt sozusagen als erster Affe einen Krieg gegen die verbliebenen, versprengten Menschengruppierungen.

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Ceaser hat die Schauze echt voll. Copyright: 20st Century Fox

Nun kommen wir um Abschluss der Trilogie. Die Kamera taucht in einen dichten, grünen Wald ein und mitten hinein in ein sich langsam Bergauf bewegende Truppe Soldaten. Menschen. Der Fokus schwankt von ihren Handgeschriebenen Aufschriften auf dem Helm, zu den Messern auf ihrem Rücken, zu den Waffen die sie tragen. Schnell ist klar, das ist Militär, richtig krasse, ausgebildete Jungs. Sie kommen bald an eine Art Barriere, dahinter sieht man die ersten Affen. Ein ziemlich junger Soldat soll mit seinem Bogen den ersten Schuss machen. Der Kampf beginnt und die Menschen unterliegen schnell. Ein paar werden von den Affen zu ihrem Chef geschleppt. Ta ta ta taaaa…. Auftritt Ceasar. Er ist älter, grauer geworden. Wirkt aber auch härter und grantiger. Kein Wunder, was der schon alles erlebt hat… Die Soldaten erzählen von einem letzten Stützpunkt der Armee. Der Colonel der will die Affen ausrotten, ein für alle Mal. Nun ja, Ceasar ist ja kein Unmensch (Unaffe?), er lässt die Herrschaften gehen mit der Nachricht „Leave us the Woods and there will be no more fighting.“

Wir als Zuschauer denken natürlich, wenn das die Lösung wäre, wäre der Film nach 10 Minuten zu Ende. Aber es wäre eine schöne Lösung! Ich meine… Die Menschheit ist sowieso ausgerottet. Die, die noch leben, sollen sich doch lieber ihres Lebens freuen, als noch den Affen hinterher zu jagen, die ja auch nur ihre Ruhe haben wollen!

Nun ja, aber der Mensch ist ja dumm, wie wir wissen, deshalb gibt der Mensch nicht nach. Die Kamera wandert nun mit uns tiefer hinein in die Berge, zu einem Wasserfall. Dort in den Schluchten und in den Höhlen haben die Affen ihr Zuhause. Alles wirkte feucht, kalt und ungemütlich. Nicht so das typische Schimpansenzuhause. Ceasar freut sich, als sein lange verreister Sohn zurückkehrt. Er war losgezogen um nach einem Ort zu finden, der für die Affen sicher, aber auch wärmer ist. Ceasars Berater meinen, so sollten noch diese Nacht aufbrechen, weil die Menschen sicherlich zurückkehren würden. Ceaser möchte die Reise der Affen aber nicht überstürzen. Grober Fehler, denn mitten in der Nacht seilt sich der böse Colonel (Woody Harrelson) vom oben Ende des Wasserfalls ab und naja… Das kann ich jetzt nicht verraten.

Jedenfalls, nun müssen die Affen wirklich aufbrechen, zu diesem fernen, warmen Ort, während Ceasar mit seinen besten Affen allein loszieht um Rache am Colonel zu üben.

Auf ihrem Weg geraten sie an ein kleines Menschenmädchen, das nicht sprechen kann und einen ehemaligen Zoo-Affen, der zwar Englisch spricht, dafür aber Schimpansisch verlernt hat. Und der Film endet mit viel Drama, Explosionen, artet in einen kleinen Kriegsfilm aus. Das ist das, war mir fast ein wenig zu viel war. Die Motive dieses Colonels sind irgendwie nur so Halbgar und obwohl ich Woody Harrelson verehre, kann er seine Rolle gar nicht richtig ausarten lassen. Er hat einen längeren Monolog, ansonsten stapft er grimmig durch die Militärbasis und ist gemein zu allen.

Die Affen sind jedoch einfach krass. So… detailreich. Die Kamera ist sooo nah an ihren dran, und trotzdem sieht‘s einfach richtig echt aus! Bei dem Orang-Utan sieht man jedes Härchen im Gesicht und Ceasar ist wirklich übermäßig präsent… Als Fan der Reihe oder Sci-fi Fan im Allgemeinen sollte man den Film schon sehen, auch wenn das Kriegs-Drama einfach ein wenig too much ist für meinen Geschmack.

WAR FOR THE PLANET OF THE APES
Das Mädchen und die Affen. Copyright: 20st Century Fox

Cinematografie: Nicht schlecht. Am Anfang wird man besonders hinein gezogen in die Szene und nicht so schnell wieder losgelassen. Wie gesagt, zum Ende hin wird es ziemlich Kriegsfilm-mäßig und da sieht man auch nur das übliche Geballer und in-die-Luft-gesprenge.

Schauspiel: Ja. Da gibt es Woody Harrelson. Seine Rolle war nicht sehr tiefsinnig geschrieben, aber das was er liefern musste, hat er wie immer wahnsinnig gut geliefert. Und dann Andy Serkis als Ceasar. Einfach genial. Muss man gar nicht mehr sagen.

Soundtrack: Sehr episch. Teilweise ein bisschen Over the top.  Zu schwülstig in den dramatischen Szenen und zu penedrant in den ruhigen Szenen. Nein, den werde ich mir definitiv nicht zulegen. (Und ich höre viele Soundtracks.)

Kostüm: Ähm ja. Militärgrün und Affenhaar. Der Kostümbildner hatte jetzt nicht wahnsinnig viel zu tun, vermute ich mal.

Wichtig für die Planet der Affen Saga, toll, wenn man sich an den Affen laben will, aber dieser Krieg wirkte irgendwie sehr forciert, wegen genau einem bekloppten Individuum. Von mir dennoch 7 von 10 haarigen Affenrücken.

Apokalyptisches Affenhaus

Alien aufs Butterbrot

Dear E. Ripley. Hey! Don’t know if you’ve heard, but they are telling a Prequel Story to your Story! To Alien! Hey, and it involves giant god-like creators (who claim to have engineered mankind), a storyline that we have seen already in all of your films, and then of course, the Alien. The most highly evolved species that was made to kill us humans. Wonderfully disappointing. You, Ellen, stick with your films. The Pre-Story is something that takes away all the magic of them.

Alien: Covenant

MAJOR SPOILERS

Ich bin etwas spät dran. Habe den Film bereits am Samstag gesehen, aber die letzten Tage war einfach zuviel Arbeit und… Witcher 3 zocken. (Rather late discovery for me, but hey, better late than never!) Nun. Alien. Also…. Für mich einer der am Meisten mit Spannung erwarteten Filme 2017. Nach diesem ganzen Diskutieren im Vorfeld… Ist es jetzt eine Fortsetzung zu Prometheus? Nein, doch nicht, der Auftakt einer Prequel Trilogie zur Alien Reihe mit Sigourney Weaver. Aber sobald man aus dem Film raus ist, wird klar: Irgendwie doch eine Fortsetzung von Prometheus. Und nur nochmal um das klar zu stellen: Ich mochte Prometheus. Diese Mystik, diese Idee mit den Gott-gleichen Engineers, ein bisschen mehr Art of H.R. Giger. Obwohl dieser Film mehr Plot-holes hat als ein guter Emmentaler. Als ich aus Covenant raus bin, war ich zunächst beschwingt, dachte, hey, Alien! Aber jetzt im Nachhinein muss ich sagen… Hey… what the hell was that again?

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David? Walter?   (All Rights with Brandywine Productions)

Im Vorfeld zu diesem Film gab es schon ein paar Trailer und kurze Filmchen, hauptsächlich zeigen die entweder den Android David oder die neue Crew in Covenant, eine Bunte Mischung aus Pärchen, die sich um James Franco (the captain) tummeln und die auf der langen Reise zu einem fernen Planeten sind, den sie mit über 1000 schlafenden Menschen und Embryos besiedeln wollen, weil die Erde einfach fucked-up ist. Ok. Wer dachte, in diesem Film spielt James Franco mit, kann gleich zuhause bleiben. James Franco stirbt nämlich genau in den ersten 5 Minuten des Filmes, in seiner Schlafkapsel. Neuer Captain wird somit Oram (Billy Crudup) und als Zuschauer wird einem gleich eingebläut: dieser Mann hat‘s nicht so drauf wie James Franco, simple as that. Und dann passiert das, was man schon kennt: das Schiff nimmt ein mysteriöses Signal auf, mitten im Nichts des Weltraummeeres und als sie erkennen, dass in dieser Message jemand (obviously Human) „country roads, take me home“ singt, beschließen sie, der Sache aus dem Grund zu gehen. Die einzige, die ahnt, dass das ne dumme Idee ist, ist Second Commander Daniels (Katherine Waterston), die frische Witwe von James Franco. Wir, als Zuschauer und Alien-Kenner, wissen natürlich, dass sie vollkommen recht hat. Never follow a mysterious Signal to an unknown Planet, Rule No.1 in Space travel. Würde ich jetzt mal sagen. Aber, der Mensch ist ja eine neugierige und unverbesserliche Spezies, also los geht‘s.

Die Crew landet mit einem kleinen Beischiff auf einem Planeten, der aussieht wie ein zugewuchertes Neuseeland, allerdings gibt es keine Tiere, keine Vögel, kein Geräusch außer Wasserfälle und Regen. Sie ziehen los, dem Signal hinterher, finden das (wir kennen es bereits) Hufeisenförmige Schiff des Engineers und finden die Message von Elizabeth Shaw, ein flirrenden Holo das tatsächlich „Country Roads“ singt. Ahaaa! Elizabeth Shaw, wir erinnern uns. Sie fliegt zuletzt in Prometheus mit den spärlichen Resten von David in jenem Raumschiff gen Irgendwo.

Ok. So, this is the Planet they landed.

Während Daniels und Oram sich umsehen, werden zwei Crew-Mitglieder von einem mysteriösen Sporen-Staub befallen, weil sie natürlich wie die letzten Deppen auf allem Rumtrampeln, u.a. eben auch auf komischen, fluffigen Pilzen. Und wir alle wissen, was das bedeutet. Schon 10 Minuten später klagen die beiden über Fieber, fangen an zu schwitzen und sind schnell Kreidebleich. Einer schafft es zurück aufs Schiff in den Krankenraum und dann geht wieder alles sehr schnell: Zack-Bumm, Alien da. (Die weiße, glitschige Form) Es beginnt ein ziemlich Horror-mäßige Sequenz mit folgendem Outcome: Die Crew ist danach um die Hälfte dezimiert, das Beischiff explodiert und die frisch geschlüpften Aliens sind schon nach einer Stunde auf der Welt bereits so groß wie ein Kalb. Die machen den restlichen Crew-Leuten dann im Sumpfland die Hölle heiß und als man schon fast denkt, oh, da gibt es jetzt keinen Ausweg mehr, taucht plötzlich eine Gestalt im langen Kapuzenumhang auf und feuert so ne Art Leuchtrakete ab, was die Aliens gar nicht cool finden und deshalb verschwinden. Im ersten Moment dachte ich: Hey, Aragorn spielt in dem Film mit! Im zweiten Moment dann, hm, das ist wahrscheinlich Elizabeth Shaw, die irgendwie überlebt hat. Und im dritten Moment sieht man dann, dass es keine Frau sein kann, von der Statur her. Bleibt nur einer: The glorious Michael Fassbender, der den Androiden David spielt.

Hier wird’s interessant: Die Covenant Crew hat  auch einen Androiden in ihrer Crew, Walter, ein neuere Version von David, sehr viel verlässlicher und ohne die Fähigkeit, Kreativität zu verspüren oder Gefühle zu entwickeln. D.h. wir haben gleich zweimal Michael Fassbender! (Jackpot!) Da hört aber dann auch alles Gute auf. Der wieder völlig intakte David führt die Crew in eine Art Tempel. Architektur und Symboliken kennen wir bereits aus Prometheus: Die Engineers. Befinden wir uns also auf deren Planeten? Allerdings sind alle tot, von irgendetwas mysteriösem befallen, das sie zu sowas wie Mumien gemacht hat.

„Hier seid ihr in Sicherheit“, sagte David. Aber da ist so ein Flackern in seinen Augen, that tells us: Oh, certainly not.

So, dann kommt wieder eines von den weißen Aliens daher, ergo, hier ist gar nichts sicher. Das Alien wird erschossen, was David ziemlich auf die Palme bringen. Und als sich Walter mit seinem Modellvorgänger unterhält, wird auch schnell klar, dass David nicht mehr alle Tassen im Schrank hat. In einem ziemlich Frankenstein-mäßigen Labor hängen Zeichnungen und allerhand anderes Zeug, das vermuten lässt, er hat (wie schon in Prometheus begonnen, wir erinnern uns: Er hat damals das Virus in den Kaffee von Elizabeths Shaws Mann getan, woraufhin er sie quasi mit dem allerersten Alien geschwängert hat) schön weiter seine Experimente gemacht. Mitunter an Elisabeth Shaw, die gute ist nämlich auch schön tot. David sucht indess ein neues Opfer, Oram, der Captain, dem es ziemlich an Courage mangelt. Dem erzählt David lang und breit wie er hier auf diesen Planeten kam und das Virus auf die Engineers losgelassen hat.

An dieser Stelle wäre es gut, schreiend weg zu rennen, Oram. Stattdessen lässt er sich das Labor voller Weirdo-Zeug zeigen, sowie einen Keller, wo, hurra hurra, die schleimigen Alien-Eggs stehen. Oram, der Idiot, geht natürlich hin und starrt fasziniert auf so ein Ei. Der typische Dialog folgt sogleich: „What is that?“, fragt Oram und David sagt sowas wie „Och, gar nicht gefährlich.“ Während alle im Kino mit den Augen rollen, springt der Face-hugger auf Oram und die übliche Alien-Entstehungs-Geschichte nimmt seinen Lauf. Jenes Alien macht dann auch Jagd auf alle übrigen Menschlein, die endlich Kontakt mit dem im Orbit kreisenden Covenant-Hauptschiff gemacht haben, und Tennesse, der Whisky-trinkende third Commander, kommt schon mit einem anderen Beischiff angeflogen.

Während also Tennesse versucht zu landen, kämpft Walter mit David (ziemlich coole Szene!) und gerade denken wir, David unterliegt, er greift grad noch zu einem herumliegenden Messer (Wo kam das überhaupt her?), gibt’s einen Schnitt. Tennesse kann irgendwie landen, die verbliebenen Crew-Mitglieder (Daniels, Walter, ein dunklerhaariger Typ und ein Zigarren rauchender Italiener) können gerade so an Bord springen, aber hey, das Alien ist ja auch noch da. Das scheint diesmal umso stärker, umso brutaler. Es klammert sich an das Schiff, schlägt den Kopf gegen die Cockpit Scheibe und zerschmettert sie fast. Daniels nimmt allen Mut zusammen, geht nochmal raus und schafft es irgendwie, das Ding alle zu machen.

Kurze Phase zum durchatmen. Die Crew kehrt zurück aufs Hauptschiff, alles scheint gut zu sein. Nur dann kriegt der Italiener plötzlich Fieber. And we all know what that means. Der Rest ist klar. Neues Alien, Gefahr an Bord, und Daniels und Tennesse müssen sie loswerden. Und, wer es nicht eh schon sofort gerafft hat, Walter ist nicht Walter…

Der Film endet damit, dass alle brav in ihre Langzeit Schlafkapseln gehen, weil es ja noch 7 Jahre zu fliegen sind, bis zu ihrem Zielplaneten und der vermeintliche Walter kann derzeit schön sein Weltherrschaftspläne weiter ausfeilen. Denn natürlich… hat er was von dem Alienvirus mit an Bord geschmuggelt.

So ist die Handlung also. Natürlich sind da schon noch ein paar mehr Details drin, aber das sollte man sich selbst ankucken. Aber wie ist der Film nun? Ich habe gehofft, es wird wieder schön creepy, Alien-Grusel eben. Aber stattdessen war dieser Film ein zusammengeschustertes, schiefes Ding mit Elementen aus ALLEN anderen Alien Filmen. Da ist einfach nichts Neues dabei! Wir haben das alles schonmal gesehen, teilweise sogar Einstellung für Einstellung. Und was ist das eigentlich für eine Hauptfigur? Daniels ist von Typ, Aussehen und Dynamik her genau wie Sigourney Weaver. What the Hell? Folgt Ridley Scott da einfach immer Schema F? Wieso kann er nicht mal ne blonde Frau casten? Eine Afro Amerikanerin? Was weiß ich? Es gibt nur ein Ellen Ripley, ich finde es äußerst schwach, darauf zu setzen, dass es dem Film nur gutes Bringt, wenn man versucht dieser Figur einfach so eine Art Double zu geben.

Ich untertreibe nicht: Es ist sehr auffällig bei diesem Film, dass alles, wirklich alles schonmal da gewesen ist. Die richtig guten Szenen hat man alle schon im Trailer gesehen (Das Alien in der Dusche), aber das war‘s dann auch. Wir erfahren nicht wirklich etwas über die Engineers, wobei mich das am Meisten interessiert hätte. Prometheus hat so viele Fragen offen gelassen, ich habe den Antworten entgegen gefiebert! Stattdessen kriegt man wieder da übliche Gemetzel und gleich 3 Versionen von Aliens, am Schluss weiß man aber dennoch nicht, wie jetzt was zusammen hängt.

Ridley Scott will die Vorgeschichte zu dem Kultfilm Alien erzählen, ok. Aber er nimmt damit auch viel von der ganzen Mystik weg. Der Xenomorph ist ein scheiß gefährliches Alien Vieh, das allein würde mir schon reichen. Nun bekommen wir jedoch aufgetischt, dass jenes Wesen, das in seiner Ur-Form nur sowas wie ein schwarzer, flüssiger Virus war, erst durch die Experimente von einem Androiden zu seiner körperlichen Form fand.

Ich verstehe, warum Ridley das alles erklären will. Sogar David kann ich irgendwie verstehen. Seine Charakterentwicklung kann man damit erklären, dass sein Schöpfer, Wayland, ihn immer nur als Objekt angesehen hat. Aber da David nun mal Fehler hat, ziemlich menschliche sogar, hat er sowas wie Hass auf seinen Schöpfer entwickelt. Warum also nicht gleich alle Menschen auslöschen, sowie auch die Engineers, wenn man schon so ne gewaltige Waffe hat, wie den Alien Virus? Ganz ehrlich, wenn man das alles begreifen will, muss man dieses Alien Universum studieren, von vorne bis hinten, muss sich Prometheus nochmal rein ziehen und auf alle Phiosophischen Anekdoten achten, Making-Offs anschauen, Interviews mit den Machern, jeden Dialog am besten mitschreiben usw. Aber Alien Covenant an sich lässt mich wieder mit vielen Fragezeichen, vielen Theorien (die sich dann irgendwo in der Undurchsichtigkeit verlieren) und einem enttäuschten Gefühl zurück, als ob ich nur ein Butterbrot bekommen habe, obwohl ich Pizza bestellt hatte.

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Der Xenomorph in seiner ganzen Pracht.  (All rights with Brandywine Productions)

Regie: Solide, Herr Ridley Scott.

Kamera: Nun ja. Die klassischen Elemente aus einem Horrorfilm, gemischt mit Sci-Fi eben. Da sind schon ein paar schöne Bilder, ein paar gute Farben, aber mehr ist mir nicht aufgefallen.

Kostüm: Alles grün und beige und farblos. Und diese komischen Mützen… Da ist die Menschheit scheinbar so weit entwickelt, aber schöne Mützen gibt’s immer noch nicht. Wahrscheinlich aber auch Teil des Konzepts, ähnlich wie bei Star Wars Episode 7: Zurück zum Ursprung, zum Schrabbel Look. Einer Re-Interpretation von den Original Filmen von 1970. Passt aber jetzt nicht mehr zu Prometheus. Dort war alles (bis auf die Engineer-Welt, alles gruselig H.R. Giger) aufpoliert und glänzend. Eng anliegende Super-Anzüge. Hier sieht alles Militärisch und… Retro aus.

Schauspiel: Wenn man diesen Film sehen will, dann lohnt es sich allemal wegen Michael Fassbender. Er muss den soliden, gut konstruierten Walter spielen, genauso wie den slightly abgehobenen David. Großartig! Vorallem wenn sich die beiden gegenüberstehen! Auch Katherin Waterston ist überzeugend. Ihre Angst und Panik ist kaum mit anzusehen. Man steckt tatsächlich mit in ihrer vom Alien verfolgten Haut.

Soundtrack: Mit das Beste am Film!

Nun, will man den Alien Kult erleben, schaut man sich am Besten nochmal alle alten Filme an. Covenant ist fast wie ein Neuauflage des Klassikers, nur mit besseren Effekten, damit auch die Millenials ja nicht aus dem Kino gehen müssen. Aber der Plot ist fragwürdig und der Inhalt schwach. Grusel, ja. Schock und Ekel, ja. Aber auch komplett vorhersehbar. Nur 6 von 10 schleimigen Biestern von mir.

Alien aufs Butterbrot

Rebel with a cause

Dear E. Ripley. King Arthur is a Product of Myth and Legend, of Magic and Fantasy. I like Storys like those. Don’t know how it is with you, but sometimes its just nice to flee our bitter reality and end up in some long forgotten, fantastic place like this.

King Arthur: Legend of the Sword

Ich habe natürlich zwischendrin schon noch andere Filme gesehen, nur einfach keine Zeit gehabt, was dazu zu schreiben. Nur mal ganz schnell angerissen:

Ghost in the Shell – Besser als erwartet. Die Besetzung von Scarlett Johansson macht schon Sinn, aber der Anime ist einfach nicht zu toppen. Sehenswert aber schon allein wegen Takeshi Kitano, in der Rolle des grummeligen, fuchsigen Polizei-Chefs.

Get Out – Lustiger als erwartet. Wie ein schwarzer Tarantino gepaart mit ein bisschen Grusel a la Hitchcock und Elementen von Being John Malkovich. Sehenswert wegen guter Bilder und skurrilen Figuren.

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„Ist das für mich?“, fragt sich Art.     (All rights with Warner Bros.)

Aber jetzt zu Arthur. Oder Art, wie er von seinen Kumpels während des Films genannt wird. Natürlich beginnt die Gechichte in der Vergangenheit: Ein fieser Magier will Camelot einnehmen, die Letzte sich ihm trotzende Festung. Doch König Uther ist gewappnet und macht den Kerl mit dem magischen Schwert Excalibur alle. Natürlich ist damit noch nicht alles vorbei (Sonst wäre das ein Kurzfilm.) Der fiese Magier war ursprünglich von Uthers Bruder Vortigern (Jude Law) auf den Plan gerufen worden, der jetzt nochmal die bösen Mächte anruft, um sein Ansinnen zu erreichen, nämlich selbst auf den Thron zu steigen. Er bekommt von bösen Mächten für eine kurze Weile unglaublich viel Macht, die sogar Excalibur übertrumpfen kann und tötet Uther, als der gerade mit seiner Frau und Sohn fliehen will. Arthur überlebt als einziger und Excalibur geht in den tiefen des Sees verloren. (Info on the Side: Aber Vortigern könnte damit eh nix anfangen, das Schwert ist an Uthers Blutlinie gebunden und funktioniert deshalb nur für ihn und seine Nachkommen.)

Dann passiert etwas, was ich noch nie in nem anderen Film gesehen habe. Fast-Story telling, könnte man vielleicht sagen. Oder einfach Guy Ritchie-Craziness? Arthur gelangt in einem Boot in eine weit enfernte Stadt (soll wohl ein sehr frühes London sein) und wird dort von Huren gefunden, die ihn bei sich im Bordell aufnehmen. Und wo ein anderer Film jetzt vielleicht mit einem netten Voice-over anfängt oder ein Serie die verstreifenen Jahre in Arthurs Leben schön Bild für Bild erzählt, macht Guy Ritchie hier sowas wie einen Boost Cut. Zack, Bumm. Bild, Bild, Bild. Arthurs Geschichte von einem 6-jährigen bis zum Erwachsenen Mann dauert wahrscheinlich gerade mal 2 Minuten. Es braucht nur die richtigen Bilder, die richtigen Gesten, und man versteht ganz genau, was passiert. Dialog ist da hinfällig. Arthur, der nun sowas wie ein Bodyguard im Bordell ist, besteht nur noch aus Haut und Muskeln, jeden Penny den er verdient, spart er sich an und er lernt schnell, wie es in der Welt zu geht. Handel, Tausch, keine Gnade und die Schwachen sterben zuerst. Doch er ist stark, arbeitet sich zu sowas wie nem Bandenboss hoch. (Das liegt sicherlich auch an seinem königlichen Charisma.)

König Vortigern muss derweil mit ansehen, wie der See unterhalb von Camelot eines schönes Tages plötzlich den Felsen frei gibt, in dem Excalibur steckt. Er weiß, dass seine Macht in Gefahr ist, sollte Uthers Erbe noch irgendwo da draußen fröhlich atmen. Also schickt er seine Männer los, Junge Burschen im richtigen Alter zu suchen und her zu bringen. Nur der Richtige kann das Schwert heraus ziehen und nur er wird dann auch getötet.

Dummerweise rennt Art natürlich einen Tag später jenen Männern in die Arme, wird nach Camelot gebracht und vor das Schwert gestellt. Er spürt etwas. Etwas erwacht in ihm, die einzige Macht, die Vortigerns fiese Herrschaft noch beenden könnte. Und erst dann beginnt die eigentliche Handlung, die ich jetzt nicht mehr weiter ausbreite.

Nun, also grundsätzlich ist die Story um King Arthur nicht viel anders erzählt. In ihren Grundzügen. Und doch gibt es neue, große Elemente, die man vorher vergeblich in jener Geschichte gesucht hat. Guy Ritchie macht hier ein bisschen Herr der Ringe-Snatch, wenn man so will. Da gibt es riesige Elefanten (äh, Die Rückkehr des Königs?), übergroße Schlangen und Magie, die Tiere beherrschen kann. Knallende Kampfszenen und Excalibur, das seinem Träger fast eine gruselige Macht verleiht. Das Fast-Storytelling ist meiner Meinung nach echt was Neues in diesem Genre. Denkt man an andere Filme, wird sich sehr viel Zeit für jeden Dialog gelassen und noch mehr Zeit investiert, um Sachverhalte aufzuklären. Da kann schon mal aus einem dünnen Kinderbuch eine 7 Stündige Trilogie werden… Guy Ritchie macht genau das Gegenteil: Er presst die doppelte Information in die üblichen 2 Stunden Kino-Erlebnis. Und es funktioniert. (Man kann sogar noch Popcorn dabei essen…) Jedes Mal wenn Art und seine Kumpels etwas erzählen, springen die Bilder zwischen Vergangenheit und Jetzt wir verrückt hin und her, wie im Zeitraffer klären sie für uns Zuschauer das, was wir wissen müssen. Nicht mehr und nicht weniger.

Allerdings, durchgehend geht diese Formel trotzdem nicht auf. Als Art beispielsweise losziehen muss, um in einer magischen Zwischenwelt sein Schwert an einen bestimmten Ort zu bringen, um sort sozusagen eine reine Verbindung eingehen zu können, nervt dieses schnelle Erzählen irgendwie. Da wäre es doch schöner, man könnte Schritt für Schritt mit Art mitgehen, sehen, was er fühlt, ein Gefühl für diese Welt bekommen. Aber nein. Der Film jagt weiter durch das erfundene frühe Zeitalter, wie Furiosa durch Mad Max:Fury Road. Das funktioniert bei einem Film, der nur in Fahrzeugen spielt, schon um einiges besser.

Der Film hat einen interessanten neuen Ansatz zur Arthur Geschichte, einfach, weil es ein bisschen düsterer ist, ein bisschen magischer, als alles vorher. Und wie gesagt, die Art wie Guy Ritchier hier erzählt, habe ich vorher in diesem Genre noch nie gesehen. Deshalb sehenswert.

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Die geheimnisvolle Mage, die diverse Tiere beherrschen kann.   (All rights with Warner Bros.)

Kamera: Da kracht es schon ordentlich. Spezialeffekte, Kampfszenen… Pow, wow. Auch gibt es eine Verfolgungsjagd, wo die Linse sozusagen an Arthurs Wange klebt (sieht man auch im Trailer), natürlich ein riesen Bonus für eine derartige Szene. Mittendrin statt nur Zuschauer!

Regie: Not bad, muss ich sagen. Ich muss z.B. anmerken, dass es mir sehr imponiert hat, dass Arthur nach seiner ersten großen Kampfszene ungefähr eine Minute lang nur keucht und versucht wieder normal zu atmen. Das ist realistisch! Auch das habe ich noch nie so gesehen, zumindest nicht so true. Natürlich schnappt jeder Krieger mal nach Luft, aber das war schon nochmal ne Ecke Mehr. Ich glaube, Herr Ritchie legt Wert auf sowas. Da verzeihe ich ihm auch, dass er seinem Kumpel David Beckham (!) eine kleine Rolle gegeben hat.

Schauspiel: Hey, ist jemandem aufgefallen, dass Charlie Hunnam ein bissl aussieht wie ein junger Brad Pitt mit ein klein wenig Heath Ledger vermischt? Seltsam ist das. Man schaut ihm gerne zu, nicht nur wegen der Muskeln, sondern auch seiner Easy-Peasy Art. Überhaupt ist der Film sehr… britisch. Da wird nichts „schöner“ gesprochen, sondern eher genauso wie zuhause im Pub. (Aber das natürlich nur, sollte man OV anschauen.) Jude Law gibt den machthungrigen König brilliant, was soll man auch von so einer Größe Anderes erwarten? Good job, everyone.

Kostüm: Arthur hat nur ein Outfit. Hurra! Realism! Woher sollte er auch dauernd was anderes zum Anziehen haben… Insofern sehr überzeugend.

Soundtrack: Ein bisschen episches Geblase vermischt mit Pop-apokalyptischem Indie-Rock. Nice, Mate.

Ein Fantasy Spaß und ein Dialog-Feuer, wie sicher gerade nichts anderes im Kino. Wenn auch zum Schluss einen Ticken zu episch, dennoch gut für einen unterhaltsamen Filmabend. 7 von 10 Excaliburs.

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